- Artikel
- Malaria
foto: real size of earth and moon at maximum distance from each other as seen from the sun (made by cantus using starry night) |
|
|
|
#279 June 2009
"Aus Gesundheitsgründen sollten Urlauber auf das Vorbräunen im Solarium verzichten. Sonnenbäder bereiten die Haut nicht etwa auf den oft ungewohnt starken Sonnenschein am Urlaubsort vor, teilt das Bundesamt für Strahlenschutz in Salzgitter mit. Die zusätzliche UV-Belastung erhöhe vielmehr das Gesamtrisiko, an Hautkrebs zu erkranken. Generell befürwortet das Bundesamt künstliche UV-Bestrahlung im Solarium nur im Rahmen einer ärztlich verordneten Therapie unter fachkundiger Anleitung. Jugendliche und Kinder unter 18 Jahren sollten auf Sonnenbaden ganz verzichten." [1] Kinder noch besser vor UV-Licht schützen Die Zahl der Leberflecke gilt als Indikator für die stärke der Sonnenbestrahlung im Kindesalter, die Dichte ihres Auftretens als Risikofaktor für das Auftreten von Hautkrebs im Erwachsenenalter. Bei einer ähnlichen Untersuchung in Niedersachsen an Sechsjährigen lagen die festgestellten Werte niedriger als an den in Baden-Württemberg untersuchten Zehnjährigen. Auf Grund der Altersunterschiede der Probanden ließen sich die beiden Studien jedoch nicht vergleichen. Dazu seien weitere, langfristig angelegte Studien nötig. Zusätzlich habe eine parallel vorgenommene Elternbefragung ergeben, dass ein Großteil der Eltern ihre Kinder vor der Sonne schützt. Allerdings nicht genügend, mahnte die Behörde: Dies betreffe vor allem die Anwendung von Sonnencremes mit hohen Lichtschutzfaktoren oder der gänzliche Verzicht auf direkte Sonnenbestrahlung während der Mittagszeit. Zudem ergab die Studie der Gesundheitsämter Stuttgart, Mannheim und Ravensburg, die im Rahmen des Jahresgesundheitsberichts in Stuttgart vorgestellt wurde, dass die Zunahme an Hautkrebs in den vergangen Jahren in Deutschland ständig gestiegen sei und gegenwärtig bei 14 Neuerkrankungen pro 100.000 Einwohnern liege. Zahl der Hautkrebs-Erkrankungen "explodiert" Verhütung hoher UV-Belastungen "Die schlechte Nachricht ist, dass wir heute von einer Hautkrebs-Epidemie sprechen müssen. Derzeit wird für die weiße Bevölkerung angenommen, dass einer von sieben Menschen im Laufe seines Lebens ein Melanom bekommt. Es wird prognostiziert, dass es im Jahr 2010 einer von fünf Menschen sein wird. Bei den Nicht-Melanomen (Basaliom, Plattenepithelkrarzinom, Anm.) ist es ähnlich. Hautkrebs in frühem Stadium erkennbar Krebsforschung Nach dem langen Winter tun die ersten Sonnenstrahlen der Seele richtig gut. Doch nicht nur die Psyche profitiert: Nach zwei kürzlich im Fachmagazin der nationalen Krebsinstitute der USA veröffentlichten Studien soll Sonnenbestrahlung das Risiko für Lymphome senken und die Überlebenszeit von Patienten mit schwarzem Hautkrebs verbessern. (1) Die Krebsmediziner hatten insgesamt mehr als 6000 Probanden befragt. Überrascht stellten sie fest: Je häufiger sich Menschen im Freien oder unter der Höhensonne gesonnt oder Sonnenbrände gehabt hatten, desto geringer war ihr Risiko, ein Non-Hodgkin-Lymphom zu bekommen. Einen möglichen positiven Effekt auf Krebs postulierte auch die andere Studie. Kranke mit malignem Melanom, die Sonnenbrände gehabt und regelmäßig die Sonne genossen hatten, wiesen ein geringeres Risiko auf, an ihrem Hautkrebs zu sterben. Ist Sonnenlicht also doch nicht so schädlich? UVB-Strahlen beschädigen Erbgut "Die neuen Studien widerlegen die erwiesenen Zusammenhänge nicht einfach so." Die Fallzahlen, insbesondere bei der Melanomstudie, seien zu klein. Außerdem habe diese Studie nur den Verlauf der Tumorkrankheit untersucht, nicht das Risiko, ein Melanom zu bekommen. Beide Studien waren darüber hinaus retrospektiv, das heißt, die Probanden haben die Fragen aus der Erinnerung beantwortet. Dies kann die Ergebnisse beeinflussen – denn wer erinnert sich schon, wie häufig und wie lange er vor Jahren in der Sonne war? Den Mechanismus, wie Sonne Krebs erzeugt, kennt man inzwischen. Die UVB-Strahlen des Sonnenlichts schädigen das Erbgut, die DNS. Wenn der Körper das Erbgut nicht mehr reparieren kann, wird eine normale Zelle zur Krebszelle. Am häufigsten ist der helle Hautkrebs. Darunter werden das Basaliom, das Spinaliom und die aktinische Keratose zusammengefasst. Sechs Millionen Menschen in Deutschland haben eine aktinische Keratose, das ist etwa jeder zweite über 60 Jahre. Laut Bundesamt für Strahlenschutz (BfS) erkranken jährlich knapp 120000 Menschen neu an Hautkrebs, mehr als 2000 sterben daran. UVA-Licht lässt Haut altern Die Weltgesundheitsorganisation hat diese Ergebnisse zum Anlass genommen und vor Sonnenstudios gewarnt. Besonders Jugendliche unter 18 Jahren sollten darauf verzichten. Auch das BfS warnt: "Die UV-Strahlung in Solarien ist anders zusammengesetzt als die der Sonne", sagt Anja Schröder vom BfS. "Die Haut muss genauso geschützt werden wie ungebräunte Haut." Gerade für Menschen mit hellem Hauttyp ist ein hoher Lichtschutzfaktor des Sonnenschutzmittels wichtig. Doch der Lichtschutzfaktor auf der Packung bezieht sich auf UVB-Strahlen, für UVA-Strahlen wird der Schutz nur pauschal angegeben, da es bis vor kurzem keine anerkannten Methoden gab, ihn zu messen. Im Februar wurde nun aber eine neue Deutsche Industrienorm erlassen, mit der die Hersteller den UVA-Schutz exakt messen und ihre Produkte entsprechend beschriften können. » Sonne sollte man in Maßen genießen. « Beim Menschen nützt manchmal auch der beste Sonnenschutz nichts und es kommt zum Krebs. Dann hilft in den meisten Fällen nur noch das Messer. Patienten mit aktinischer Keratose und einer besonderen Form des Basalioms steht jedoch seit kurzem eine andere Therapiemöglichkeit offen: Wird eine spezielle Creme auf die betroffenen Hautstellen aufgetragen, gehen die aktinischen Keratosen in 75 Prozent der Fälle und die Basaliome zu 90 Prozent zurück. Auch die Krankenkassen haben den Nutzen der neuen Therapie erkannt: Die Cremes Aldara gegen das Basaliom und Salaraze gegen aktinische Keratose werden von gesetzlichen Kassen gezahlt. Am besten ist es jedoch, es gar nicht soweit kommen zu lassen. "Sonne sollte man in Maßen genießen", empfiehlt der Dermatologe Stockfleth. (1)Journal of the National Cancer Institute, Bd.97, S.195 und 199, 2005 (2)Cancer Epidemiology Biomarkers & Prevention, Bd.14, S.562, 2005 (Süddeutsche Zeitung vom 4.5.2005) [1] 2008-06-10 gms. Nicht im Solarium vorbräunen. Axel Springer AG, Ullstein GmbH, Berliner Morgenpost Online.
|
Suche in leuropa.eu |
|
|